Was ich aus meinem Uni-Wechsel gelernt habe…

3 Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du dich für eine Hochschule entscheidest.

Hey there! Ich bin Student und war schon zwei mal in der Situation, in der Du Dich wahrscheinlich gerade befindest: die Wahl eines Studienfachs und einer Hochschule. In meiner akademischen Laufbahn habe ich sowohl an einer privaten, als auch an einer staatlichen Hochschule studiert und möchte ein paar Insights mit Dir teilen.

Die Studienwahl nach dem Abitur kann aufgrund einer Vielzahl an Studienfächern schnell unübersichtlich werden. Wenn du dich für ein Fach entschieden hast (und der NC es zulässt) musst du dich noch für eine Hochschule entscheiden. Viele wählen hier nach dem Standort aus. Eine möglichst große Distanz zum Elternhaus oder günstige Mieten sind hier nur zwei der Kriterien.

Populär sind in Deutschland seit einiger Zeit auch private Hochschulen. Großartige technische Ausstattung und gute Lehre sind nur zwei der Argumente, die für das Studium an einer privaten Hochschule sprechen. Wenn du darüber nachdenkst, hier ein paar Fragen, die du dir stellen solltest.

1. Bist du dir sicher mit der Wahl deines Studienfachs?

Während sich einige Abiturient*innen nach der Schule schon absolut sicher sind, dass sie Ärzt*in, Richter*in oder Architekt*in werden wollen, tun sich andere mit der Entscheidung für ein Studienfach schwer. Das ist verständlich, denn die Wahl deines Studienfachs bestimmt zunächst einen großen Teil deines Lebens für die nächsten 3 + Jahre.

An öffentlichen Hochschulen hast du oft die Möglichkeit, wenn der NC es zulässt, den Studiengang zu wechseln, ohne die Hochschule verlassen zu müssen. Wenn du also mit Jura angefangen hast, aber nach 2 Semestern merkst, dass du dich doch viel lieber mit Rechnungswesen, als Strafrecht beschäftigen möchtest, stellt dies kein großes Problem dar. Eventuell kannst du dir sogar ECTS aus deinem Erststudium in deinem jetzigen BWL-Studium anrechnen lassen.

An privaten Hochschulen kann dies insofern anders aussehen, als dass sie manchmal nur eine Fachrichtung anbieten. So gibt es in Deutschland zum Beispiel einige Business, oder Law Schools. Wenn du dich nach 2 Semestern an einer solchen Hochschule für ein ganz anderes Fach entscheidest, musst du eventuell die Hochschule verlassen.

2. Lernst und lebst du gern in Gruppen?

Auch wenn du nach dem Abitur noch nicht genau weißt, welcher Lerntyp du bist, kannst du sicher einschätzen, ob du eher Einzelgänger*in, oder Gruppenmensch bist. Während es nämlich an öffentlichen Hochschulen ohne Weiteres möglich ist, sich den Lernstoff im Selbststudium von zu Hause aus anzueignen, basiert das Konzept der kleineren privaten Hochschulen oft auf Kooperation und engem Zusammenleben. Auch wenn es sich hierbei nicht offiziell um eine Campus-Hochschule handelt, also niemand auf dem Hochschulgelände lebt, wird sich ein Großteil deines Lebens in der und um die Hochschule herum abspielen. Nach der Vorlesung wird gemeinsam in Gruppenräumen gelernt und auch  Freizeitaktivitäten von Sport über Musik bis hin zu Parties spielen sich oftmals in den „Initiativen“ auf dem Campus ab.

Es fällt also nicht schwer, Anschluss zu finden und du bereitest dich gleichzeitig schon auf das Arbeitsleben vor. Denn auch im Job werden Herausforderungen hauptsächlich im Team gemeistert. Natürlich zwingt dich auch an privaten Hochschulen niemand, dich in die Gruppe zu integrieren, aber die Hochschule lebt vom intensiven Gemeinschaftsgefühl und es wäre schade, sich diesem vollständig zu verschließen.

3. Kommst du mit der finanziellen Belastung klar?

Wahrscheinlich hast dir diese Frage schon am Anfang des Artikels gestellt: „Wie soll ich ein Privatstudium überhaupt finanzieren?“

Aus den USA hört man häufig von enorm hohen Studiengebühren. In diesem Punkt kann ich dich aber beruhigen.

An fast allen Hochschulen gibt es Bildungskredite, Stipendien, oder andere Finanzierungsmöglichkeiten. Du musst also deinen Traum vom Studium an einer privaten Hochschule nicht aufgeben, nur weil du die Studiengebühren nicht sofort selbst bezahlen kannst.

Eine Investition in Bildung bringt immer noch die besten Zinsen.

Benjamin Franklin

Damit hatte schon Benjamin Franklin nicht Unrecht. Die Kosten sollten also kein Ausschlusskriterium für ein Studium an einer privaten Hochschule sein.

Wichtig ist aber nicht nur die faktische finanzielle, sondern auch die psychologische Belastung. Wenn du also schon weißt, dass dich eine Verschuldung in jungen Jahren extrem stressen wird und dein Spaß im Studium von einer „Service-Mentalität“ überschattet sein wird („Jetzt will ich auch was sehen für mein Geld“), dann solltest du dir gut überlegen, ob ein kostenpflichtiges Studium das richtige für dich ist.

Natürlich basiert diese Zusammenfassung auf subjektiven Eindrücken und spiegelt nicht die Realität aller öffentlichen, sowie privaten Hochschulen in Deutschland wider, denn diese unterscheiden sich stark. Sie soll dir aber einen Einblick in die Unterschiede der verschiedenen Institutionen bieten.

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